12. 9. FILM: “DER HIMMEL ÜBER BERLIN” (W. WENDERS, 1987)

1. Das Lied vom Kindsein von Peter Handke

129b

https://www.youtube.com/watch?v=fdv_u7HGQIk

„Wie kann es sein, dass ich, der ich bin,
bevor ich wurde, nicht war,
und dass einmal ich, der ich bin,
nicht mehr der ich bin, sein werde?“

2. Marions Monolog

129c

https://www.youtube.com/watch?v=8lXeTSW0lW4

Aufgaben:

  1. a) Hören Sie Marions Monolog gut zu und ergänzen Sie die fehlenden Wörter.
  2. b) Beim zweiten Hören korrigieren Sie die fettgedrückten Wörter und denken Sie darüber nach um welche (vorwiegend grammatikalische) Fehler geht es.

Viel Spaß!

“Es müss einmal ernst werden. Ich war viel allein, aber ich habe nie allein geleben. Als ich mit jemandem war, war ich oft froh, aber zugleich hielt ich alles für ________. Diese Leute waren meine Eltern, aber es hätten auch andere sein können. Warum war der mit den braunen Augen mein Bruder und nicht der mit der grüne Augen vom _________ gegenüber? Die Tochter der Taxifahrer war meine Freundin, aber ebenso gut hätte ich doch den Arm um den Kopf eines _________ legen können. Ich war mit einem Mann, war verliebt und hätte ebenso gut ihn stehen lassen und mit dem ___________, der uns auf der Straße entgegenkam, weitergehen können. Schau mir an oder nicht. Gibt mir die Hand oder nicht. Nein, gib mich nicht die Hand und schau weg von mir.
Ich glaubte, heute ist Neumond, keine ruhigere Nacht, kein Blut wird fließen in der ganzen Stadt. Ich habe nie mit jemandem gespielt und trotzdem habe ich nie die Augen geöffnen und gedacht: Jetzt ist es ernst. Endlich wird es ernst.
So bin ich älter geworden. War ich allein so unernst? Ist die Zeit so unernst?
Einsam war ich nie, nicht allein nicht mit jemandem anderen. Aber ich wäre gern endlich einsam gewesen. _____________ heißt ja: Ich bin endlich ganz.
Jetzt kann ich das sagen, denn ich bin heute endlich einsam.
Mit dem Zufall muss es nun aufhören! __________der ___________! Ich weiß nicht, ob es eine Bestimmung gibt, aber es gibt eine Entscheidung! Entscheide dich! Wir sind jetzt die Zeit. Nicht nur die ganze Stadt, die ganze Welt ________ gerade _____ an unserer Entscheidung. Wir sind zwei, jetzt mehr als nur zwei. Wir _________ etwas. Wir sitzen auf dem Platz des Volkes, und der ganze Platz ist voll von Leuten, die dich dasselbe wünschen wie wir. Wir bestimmen das _______ für alle! Ich bin bereit. Nun bist du dran. Du hast das Spiel auf der Hand. Jetzt oder nicht.
Du brauchst mich. Du wirst mich brauchen. Es gibt keine größere _________ wie die von uns beiden, von Mann und Frau. Es wird die Geschichte von ________ sein, unsichtbaren, übertragbaren, eine Geschichte neuer Stammeltern. Schau, meine Augen! Sie sind das Bild der ____________, der Zukunft aller auf dem Platz. Letzte Nacht träume ich von einem Unbekannten, meinem Mann. Nur mit ihm konnte ich einsam sein, offen werden für ihn, ganz offen, ganz für ihm, ihn ganz als Ganzen in mich einlassen, ihn umschließen mit dem Labyrinth der gemeinsamen Seligkeit.
Ich weiß, du bist es.”